Licht in der Dunkelheit

Der Herr ist mein Licht. (Ps. 27,1)

Die dunkle Jahreszeit hat uns wieder. Die Tage sind kurz. Die Nächte sind lang. Manche Menschen finden das gemütlich. Anderen schlägt das aufs Gemüt. Die Dunkelheit im Außen ist dann Spiegelbild für das Dunkle im Innen und für das Dunkle um uns herum. Die Sorgen, Ängste und Konflikte haben einen weiteren Anknüpfungspunkt.

Ich persönlich habe den Drang, Kerzen in der Wohnung anzuzünden. Kerzen spenden Licht und Wärme, sodass es gemütlicher wird. Nicht umsonst finden sich auch auf dem Adventskranz Kerzen. Sie sind Zeichen dafür, dass wir auf Licht warten. Nicht irgendein Licht, sondern das Licht der Welt: Jesus Christus.

Wenn Jesus in unsere Welt kommt, dann sind nicht alle Sorgen, Ängste und Konflikte beseitigt. Aber die Macht der Dunkelheit ist durchbrochen. Da, wo vorher nur Dunkelheit war, gibt es auf einmal einen Hoffnungsschimmer. Die Lebenssituation der Hirten auf dem Feld vor Bethlehem hat sich nicht grundlegend geändert. Aber sie haben bei Jesus im Stall entdeckt, dass Gott bei ihnen ist. Mitten in der Dunkelheit.

Ein Mann, der wusste, was Dunkelheit bedeutet, war Jochen Klepper (1903-1942). Aufgrund seiner Ehe mit Johanna, einer Jüdin, gerieten er und seine Familie unter der Herrschaft der Nationalsozialisten zunehmend unter Druck. Ende 1942 scheiterte die Ausreise der jüngsten Tochter ins rettende Ausland. Ihre Deportation und die zwangsweise Scheidung der Ehe sowie die Deportation von Johanna standen unmittelbar bevor. In der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 nahm sich die Familie gemeinsam das Leben.

Bereits 1940 schrieb Jochen Klepper ein Lied, in dem es um Nachterfahrungen geht. Es ist überschrieben mit den Worten „Trostlied am Abend“.

In jeder Nacht, die mich bedroht,
ist immer noch dein Stern erschienen.
Und fordert es, Herr, dein Gebot,
so naht dein Engel, mir zu dienen.
In welchen Nöten ich mich fand,
du hast dein starkes Wort gesandt.

Hat banger Zweifel mich gequält,
hast du die Wahrheit nie entzogen.
Dein großes Herz hat nicht gezählt,
wie oft ich mich und dich betrogen.
Du wusstest ja, was mir gebricht.
Dein Wort bestand: Es werde Licht!

Hat schwere Sorge mich bedrängt,
ward deine Treue mir verheißen.
Den Strauchelnden hast du gelenkt
und wirst ihn stets vom Abgrund reißen.
Wann immer ich den Weg nicht sah:
dein Wort wies ihn. Das Ziel war nah.

Hat meine Sünde mich verklagt,
hast du den Freispruch schon verkündet.
Wo hat ein Richter je gesagt,
er sei dem Schuldigen verbündet?
Was ich auch über mich gebracht,
dein Wort hat stets mein Heil bedacht.

In jeder Nacht, die mich umfängt,
darf ich in deine Arme fallen.
Und du, der nichts als Liebe denkt,
wacht über mir, wacht über allen.
Du birgst mich in der Finsternis.
Dein Wort bleibt noch im Tod gewiss.

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten am Heiligen Abend, zum Familiengottesdienst um 16 Uhr und zur Christvesper um 18 Uhr!

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