Ein feste Burg

Die Wartburg

In den Osterferien war ich in Eisenach. Und in Eisenach steht die Wartburg. Mit der Wartburg verbindet sich der Name „Martin Luther“. Hierhin wurde er 1521 von Freunden entführt, nachdem er kurz zuvor als „vogelfrei“ erklärt wurde. Luthers Freunde hatten Angst, dass, wenn sie Luther nicht entführten, er von seinen Gegnern umgebracht würde. Die befreundete Burg diente als Schutzort.

Auch mit diesen Erfahrungen im Hintergrund schrieb Luther das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Luther vergleicht darin Gott mit einer Burg. Eine Burg ist ein Ort, der Schutz und Sicherheit bietet. So wie die Burg Schutz vor den Feinden bietet, so bietet Gott Schutz vor den Angriffen, die das Böse auf unser Leben ausübt. Dieses Bild in der ersten Strophe macht sehr deutlich, dass unser Leben mit Not und Kampf zu tun hat.

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint,
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Trotz der schwierigen Lage, in der sich Luther befand, verzweifelte er nicht. Er nutzte die Burg und die Zwangspause vom öffentlichen Leben. Innerhalb von nur elf Wochen hat Martin Luther auf der Wartburg das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt. Aufs Intensivste beschäftigte er sich mit Gottes Wort und entfesselte durch seine Übersetzung eine unglaubliche Macht. Die Kraft durch die Botschaft von Jesus Christus, so wie es in der zweiten Strophe heißt.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott;
das Feld muss er behalten.

Der sichere Ort, zu dem wir jederzeit kommen können, heißt Jesus Christus. Und ich will mich daran erinnern, wenn ich mich mit meinem Leben in Not oder im Kampf befinde. Manchmal hilft es mir dann Worte zu leihen, die schon andere Menschen gebetet haben, wie z.B. Psalm 31, 3: Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Aber ich will mit Jesus nicht nur in Kontakt stehen, wenn ich mich in Not befinde. Ich will auch meine Freude mit ihm teilen, wenn ich z.B. mit meinen Kindern unterm Sonnenschirm eine Sandburg am Strand baue und dann feststelle, dass das nun wirklich keine feste Burg ist. Vielleicht bete ich dann meinen Konfirmationsspruch aus Psalm 91, 1-2: Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

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