Lukasgemeinde

Bild auf der Sammeltüte von 1960Mit der Zusammenlegung von Lukas- und Paulusgemeinde werden 39 Jahre Lukasgemeinde zu einem Stück Geschichte auch der Paulusgemeinde. Ich habe in den ersten Jahrgängen des „Lukasboten“ nachgelesen und gebe Ihnen einige Eindrücke dieser „Zeitreise“ weiter. Eindrücke aus einer Zeit, in der die Straßen voller Geschäfte waren, die meisten Leute am Wochenende zu Hause waren und dabei noch öfter zum Gottesdienst gingen, die Kinder beim Martin-Luther-Singen an den Türen „Ein feste Burg ist unser Gott“ vortrugen. Aber die Zeichen des Abbruchs kirchlichen und christlichen Lebens waren schon überall zu erkennen.

Mit diesem kurzen Blick in die Geschichte nehmen wir dankbar und mit Anerkennung den Glauben und die Opfer wahr, die den Kirchbau und die Gemeindegründung möglich gemacht haben.

April 1957:

„Am Montag, dem 29. April, findet im Lukas-Gemeindehaus, Holländische Str. 27, die Gründungsversammlung für den Aufbauverein statt, dessen Ziel es ist, alle Kräfte unsres Gemeindebezirks zur Mithilfe für den geplanten Kirchbau unserer Lukaskirche zusammenzufassen. Wir warten alle auf unsere Kirche. Das behelfsmäßige Lukasgemeindehaus … reicht für unsere Gemeindearbeit nicht aus.“

September 1959:

„Der Satz: ‚Herr Pastor, ich bin kein Kirchgänger‘ wird oft ausgesprochen. Ist er eine Entschuldigung? … Man müsste dagegen fragen: ‚Warum sind Sie kein Kirchgänger?‘ Wenn der Gottesdienst die Mitte der Gemeinde ist, dann ist er auch die Mitte meines Christenlebens. Dort will der Herr Christus von allen seinen Gläubigen gelobt und gepriesen werden um der Erlösungstat willen, die er uns geschenkt hat. Wir glauben es doch, dass er am Kreuz für uns gestorben ist.“

Oktober 1960:

„Wir erwarten den Baubeginn: Am 15. September konnte in der Versammlung des Aufbauvereins Lukaskirche das Modell der Lukaskirche besichtigt werden. … Der Kassenbericht des Aufbauvereins gibt einen Bestand von über 12800,- DM an. Davon sind ca. 1000,- DM durch den Verkauf von Bausteinen eingekommen. Die Zahl der Spender und Mitglieder, die diese Summe zusammengetragen haben, beträgt etwa 450.“

November 1960:

„Der Weg ist frei! Die Stadt Bielefeld hat die Baugenehmigung für den Bau der Lukaskirche erteilt.“

April 1961:

„Am Sonnabend, dem 15. April, wollen wir den Grundstein der Kirche legen.“

Januar 1962:

„Mit Wirkung vom 1. Januar 1962 ist der Lukas-Kirchbezirk der Paulusgemeinde zu einer selbständigen Gemeinde geworden. … Die Paulusgemeinde entstand in der Zeit der Industrialisierung Bielefelds, in welcher viel Arbeitskräfte benötigt und durch Werbung nach Bielefeld geholt wurden. Sie hatte jetzt eine Größe erreicht, die es nötig machte, die Lukasgemeinde zu begründen.“

März 1963:

„Kirchweihe in der Lukaskirche: die Lukasgemeinde und alle ihre Glieder werden hiermit durch das Presbyterium eingeladen zur Kirchweihe des nun fertiggestellten Gotteshauses. Wir feiern sie mit einem Festgottesdienst am Sonntag, dem 17. März 1963 um 10 Uhr.“

Juni 1967:

„Das hervortretende Merkmal der Statistik des Gemeindelebens im vergangenen Jahr zeigt sich im Rückgang der Zahl der Gottesdienstbesucher. … ergibt sich eine Durchschnittszahl von 89 Besuchern. Der Gottesdienstbesuch nimmt sichtbar ab. … Gibt es ein Christsein ohne Gottesdienst? Die Antwort lautet von der Bibel her ganz klar: Nein! Es ist die uns von Jesus Christus, unserem Herrn, gegebene Mitte des Lebens im Glauben. Diese Mitte ist durch nichts anderes zu ersetzen.“

Michael Sturm