Die Tür ist zu

WeihnachtstürJa, mit den Türen, da hab ich’s … wo ist nur mein Schlüssel? Es ist so furchtbar blöd, vor der geschlossenen Haustür zu stehen. Es regnet, der Magen in den Kniekehlen, kein Mensch da, der aufmachen könnte und wo ist nur der Schlüssel? Da hilft kein Schreien, Klopfen, Klingeln. Ich bin schon 3 Mal eingebrochen – bei mir zu Hause. Was sollen nur die Nachbarn denken, wenn sich Hochwürden der Herr Pfarrer mal wieder über das Balkongitter im 1. Stock schwingt?!

Aber wissen Sie, es gibt Türen, die gehen noch viel schwerer auf, wenn sie zu sind. Das sind die Türen zu den Herzen der Menschen. Wenn etwas vorgefallen ist, vielleicht vor langer Zeit und die oder der zumacht … kennen Sie das? Türen können zu gehen. Besser, die blieben auf. Solche Türen zu Menschen, wenn die zu sind, da hilft kein Schreien, Klopfen – die gehen nur von der anderen Seite auf. Da hilft auch kein Feldaufschwung über das Balkongitter, da gibt’s kein Einbrechen. Von der anderen Seite muss einer aufmachen.

Die Tür geht auf

In der Adventszeit geht es um so eine Tür. Nicht bei einem Freund oder Ehepartner. Nein, es geht – um die Himmelstüre. Vielleicht denken manche: Hahaha, die gibt‘s doch gar nicht. Natürlich, am Himmel ist keine Tür. Das ist nur ein Bild für den Zugang zu Gott, damit wir uns etwas vorstellen können. Und wenn Sie denken, der ist doch immer da! Richtig! Aber ihm nahe sein, mit ihm vertraut sein, bei ihm zu Haus sein, mit ihm versöhnt sein, das ist noch was anderes.

Denn wir sind uns fremd geworden. Da ist einiges vorgefallen. Und wir haben ihn so lange überhört und vergessen. Wir sind uns dessen kaum bewusst. Entfremdung ist eingetreten. Die Tür ist zu. Und sie ist nur von der anderen Seite zu öffnen. Jesus sagt, ich bin die Tür, die Gott dir öffnet. Da kannst du antworten: „Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.“

Alle schauen auf das große Tor

  1. Alle schauen auf das große Tor,
    denn wenn er kommt, dann kommt er sicher hier.
    Nur die Dummen und die Armen stehn
    verloren an der Hintertür.
    Große Leute gehn durchs große Tor,
    sehn keine kleinen Leute mehr.
    Gott kommt nicht zur Welt durchs große Tor
    durch die Hintertür kommt er.
  2. Keiner vorne an dem großen Tor
    glaubt, dass der reiche Gott so arm sein kann
    wie ein Kind in einem kalten Stall.
    Doch Gott kommt bei den Armen an.
    Große Leute gehn durchs große Tor,
    sehn keine kleinen Leute mehr.
    Gott kommt nicht zur Welt durchs große Tor –
    als ein kleines Kind kommt er.
  3. Gottes Reich ist nicht von dieser Welt
    und er kehrt alle unsre Maße um:
    Arm ist reich und reich ist plötzlich arm,
    dumm ist klug, und klug ist dumm.
    Kleine Leute gehn durch Gottes Tor,
    und große Leute werden klein.
    Kommt, wir gehen zu dem Kind im Stall –
    nur wer klein ist, passt hinein.

Manfred Siebald

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